Über Starker Kaffee
Wir dachten, die Zeit von 22.00 h bis 1.00 h würde ausreichen, aber gleich in der ersten Nacht wurden wir eines Besseren belehrt. Oft mussten wir den Besuchern sagen: „Sorry Leute, es ist 1.00 h, wir müssen Feierabend machen." Das hieß für unsere Gäste: wieder raus in die Dunkelheit. Kurzerhand haben wir die Zeit bis 3.00 h morgens verlängert. Nicht selten sitzen 10 junge Leute im Wohnwagen, der eigentlich nur für 6 Personen gebaut ist. Dann ist es super gemütlich, vor allem wenn Thomas, unser Romantiker, die Kerzen anzündet.
„Coole Sache, was ihr hier macht", ist oft der Einstieg in ein Gespräch. „Warum macht ihr das?" - „Wir wollen für euch da sein und wir haben Jesus erlebt." - „Wie, Jesus?" ist die Frage ... und dann geht es tiefer. Sie kommen mit ihren Fragen über Gott, über Schmerzen, die sie mit sich rumtragen und den Problemen, auf die sie keine Antwort finden. Sonst betäuben sie all das mit Alkohol, nach dem Motto: "Lasst uns feiern!". Aber nun sitzen sie hier im Wohnwagen und Gott begegnet ihnen. Sie bekommen Antworten, Trost und Hoffnung. Wenn sie wieder gehen, hören wir manchmal: „Danke, das nehme ich mit." Oder: „Darüber muss ich mir echt mal Gedanken machen." Und: „Super, dass ich das mal erzählen konnte und du mir zugehört hast." Nicht selten verabschieden sie sich mit den Worten: „Bis nächsten Freitag!"
Ja, wir haben ein Standbein in dieser Nachtszene und die Möglichkeit, etwas zu verändern. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Gäste in der nächsten Disco nicht mehr bis zum Exzess saufen. Das ist für mich Prävention vor Ort: Wenn sie Jesus erleben, der sie liebt und sich danach nicht mehr betäuben müssen.



