Als ich im Juli 2017 meine Reha im Wiedenhof beendete, wechselte ich in die Nachsorge. Ich begab mich auf Arbeitssuche und bekam auch sofort einen Job. Ich fing in meinem gelernten Beruf als Verspahnungsmechaniker in einer kleinen Firma mit ca. 25 Leuten an zu arbeiten. Sehr schnell entpuppten meine Kollegen sich als ziemlich rauhe Jungs, die sich aufs Übelste beschimpften, sich gerne auf der Arbeit betranken, Drogen nahmen und kein Blatt vor dem Mund nahmen. Direkt am ersten Tag kamen Zweifel in mir hoch, ob das wohl die richtige Firma sei und ich fragte Gott, ob er mich da wohl richtig geführt hat. Meine Reaktion gegenüber dem Ganzen war Rückzug und Angst. Erst Wochen später nahm ich die Herausforderung an und Gott veränderte mein Herz. Wo vorher von meiner Seite her Kritik und Verachtung gegenüber meinen Kollegen war, wuchs in mir Liebe für diese Leute. "Wie kann ich diesen Menschen Jesus bringen?", fragte ich mich immer wieder. Die Antwort darauf lies nicht lange auf sich warten. Ich wurde gefragt, ob ich "schwarz arbeiten" könnte; jetzt musste ich Farbe bekennen. Ich erzählte, dass ich an Jesus glaube!


Es schlug ein, wie eine Bombe. Stundenlange Diskussionen folgten, mehrere Muslime nahmen mich gleichzeitig in die Zange und löcherten mich mit Fragen und Aussagen, dass Jesus falsch sei. Mein Spitzname war ab sofort "Priester". Endlich verstand ich, warum ich dort war. Gott wollte, dass ich mutig bin. Ich bekannte Jesus überall, wo sich mir die Gelegenheit dazu bot. Vielen konnte ich von meinem Leben mit Jesus erzählen, für manche konnte ich beten und sie heilen. Die Leute spürten, dass bei mir "was anders ist". "Du hast positive Energie", meinte einer. Ein anderer sprach von Magie, die er wahrnimmt und ein Dritter sagte: "ich hab noch nie eine Person getroffen, die so spirituell ist, wie du". Doch nicht bei jedem traf ich auf offene Ohren oder Verständnis. Derbe Sprüche und Gerüchte folgten. Einmal war ich Neonazi, ein anderes mal Satanist. In all dem veränderte Gott mein Herz. Ich wurde mutig, bekam Liebe für andere und es wurde mir egal, was andere sagten oder dachten. Am Ende kamen sogar die Kollegen auf mich zu und fragten, ob ich für sie beten kann! Gott macht eben keine Fehler und weiß genau, was jeder braucht.

Seit einiger Zeit spüre ich, das mein Herz bewegt ist von Menschen in Abhängigkeit, wie ich das selber einmal war. In mir wächst der Wunsch, solche Menschen zu begleiten, mit ihnen zu leben und sie zu Jesus zu führen. Gott spricht mit mir über den Wiedenhof und weckt in mir den Wunsch, dort mitzuarbeiten.

 

Martin Front2 050918


So ging nun zum 31.08.18 mein Arbeitsvertrag in meiner alten Firma zu Ende. Mitte September werde ich als Mitarbeiter in der Hausmeisterei im Haus Wiedenhof anfangen. Eine ziemliche Herausforderung für mich! Einige Umstände aus meinem "alten Leben" - unter anderem einiges an Schulden - fordern mich heraus, ganz meinem Vater im Himmel zu vertrauen und seinen Verheißungen zu glauben! Er ruft mich aufs Wasser zu gehen und ich werde mutig den Schritt wagen!

Martin

Martin Front 050918

     
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